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Stonehenge und andere steinzeitliche Kathedralen

Als wir Old Sarum im strömenden Regen verließen, hatten wir eigentlich keine Lust mehr auf Sightseeing und vereinbarten, dass wir jetzt einfach mal drauf losfahren würden in Richtung Stonehenge und sehen, was der Tag so bringt.
Was wir nicht ahnten, ist dass es nicht mal 10 Minuten Fahrt zwischen Salisbury und Stonehenge sind, und plötzlich tauchte auch schon ganz unvermittelt der gewaltige Steinkreis auf der linken Seite vor uns auf, ganz nahe an der Straße. Wir fuhren also rechts ran und parkten…Eines muss man leider zu Stonehenge sagen: Es führt das UNESCO Weltkulturerbe “Stonehenge and associated sites” an und wird auch entsprechend beworben. Es ist weltberühmt, aber das merkt man auch. Gesalzene 8 Pfund zahlten wir nach einiger Zeit Anstehen im Regen zwischen mehreren Busladungen von Menschen.
Hier ist immer voller Betrieb, egal bei welchem Wetter oder zu welcher Tageszeit, denn die Sightseeingbusse aus London können sich keine Verspätungen leisten.
Und mir, als recht spirituellem Menschen, der ein besonderes Faible für solche Orte hat, die seit abertausenden von Jahren schon menschliche Kultstätten waren, kam es mehr als befremdlich vor, dass die Menschen dort keinerlei Respekt für die Schönheit dieses ehrwürdigen Tempels haben, dass sie ein oder zwei Fotos machen und dann wieder in den Bus steigen oder dass sie laut in ihr Handy schreien, weil das Netz in dieser einsamen Gegend so schlecht ist.
Auch darf man schon lange nicht mehr nah an die Steine heran, ein Zaun hält alle Besucher auf Abstand. Ein Fakt, der leider auch solchen Menschen zu verdanken ist, die meinten, sich mit Lackstiften auf einem Weltkulturerbe verewigen zu müssen.
Nichtsdestotrotz ist Stonehenge natürlich immer noch beeindruckend und definitiv den Eintritt wert.

Allerdings gibt es in der Gegend auch noch einen Steinkreis, der nicht so spektakulär, dafür aber voll zugänglich und nicht so überlaufen ist.
Der größte europäische Steinkreis liegt in Avebury, gehört ebenfalls zum Weltkulturerbe und ist so weitläufig, dass sich ein kleines Dorf samt Kirche in dessen Mitte ansiedelte.
Auch hier ist natürlich nichts umsonst. Wir zahlten gute 10 Pfund für ein Ganztagesparkticket – übrigens das einzig erhältliche Parkticket vor Ort, auch wenn wir nicht genau wussten, wie man an diesem Ort tatsächlich 12 Stunden verbringen könnte, selbst wenn man sich die 2 kleinen Dorfmuseen und den gesamten Kreis anschauen würde.
Wenn man bei der Gelegenheit schon mal in der Gegend ist, sollte man sich auch den “Silbury Hill” ansehen, einen großen, von Menschenhand aufgeschütteten Hügel, die größte bekannte Landschaftsverformung von Menschenhand in Europa. Leider ist noch nicht bekannt, wozu dieser Hügel diente. Man vermutet eine frühe Kultstätte.

Wann immer man durch die Gegend fährt, stößt man übrigens immer wieder auf Bodenbilder auf den Hügeln. Es gibt hier mehrere weiße Pferde, die durch Abheben der obersten Grasschicht entstanden. Das älteste davon ist das Westbury White Horse aus dem 9. Jahrhundert.

2 Kommentare zu “Stonehenge und andere steinzeitliche Kathedralen

  1. Zugegeben, es war Hauptreisezeit, im Juli, allerdings kann ich mich an unsere erste Reise dorthin erinnern mit meinen Eltern in der Nebensaison, da wars genauso. Und im Winter hat man wahrscheinlich am Rest des Landstriches wenig Freude. Die Zeit zwischen Juni und Juli soll die regenärmste in England sein und selbst da hatten wir 10 Regentage von 14, ganz abgesehen vom täglichen “normalen” englischen Wetter, wo es immer mal wieder ein bisschen nieselt und danach wieder sonnig ist. Aber es ist eben ein weltberühmtes Reiseziel. Ich schätze das muss man einfach hinnehmen.

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